|
22 Lösung / Solution
|
|
Zunächst habe ich mir die Funktion f_s(t) bestimmt, sie lautet: f_s(t) = 5*x(t) + 1*(1- x(t)) = 1 + 4*x(t)
Somit folgt für die Differenzialgleichung: x'(t) = x(t)*(x(t) - 1) Da 0 <= x(t) <= 1 gilt, ist x'(t) nie positiv, sondern bis auf die Ränder immer negativ. Somit kann man alle Antworten durchchecken und wird schon bei Antwort 3 fündig. Wenn x(0) = 0, dann ist auch x'(0)= 0 und somit ändert sich die Anzahl x(t) überhaupt nicht, denn von 0 abnehmen geht ja hier nicht (0 <= x(t) <= 1). Ich habe natürlich noch die anderen Antworten gegen gecheckt und die sind tatsächlich alle falsch.
Dieselbe Differentialgleichung x' = x(x-1) habe ich auch. Wenn man entsprechendes Vorwissen hat (separierbare DGL heißt, man bekommt eine Lösung, indem man 1/(x(x-1)) mit Partialbruchzerlegung integriert und das Ergebnis mit t+c gleichsetzt) oder WolframAlpha bemüht, kann man diese auch lösen und erhält:
x(t) = 1/(exp(c+t)+1) mit c = ln(1/x(0)-1) Gerade für x(0)=0 und x(0)=1 ist dies aber ungültig, aber man sieht, dass die Funktion für 0 < x(0) < 1 immer gegen 0 konvergiert (je größer x(0), desto langsamer.) An den Randwerten ist die Ableitung 0, es kann sich also nichts ändern und man bleibt konstant bei 0 bzw 1. Das leuchtet intuitiv auch ein. Individuell ist es immer besser, schwach zu ziehen als stark, also werden sich die schwachen Rentiere immer weiter vermehren, es sei denn es gibt von Anfang an keine. Diese Situation erinnert mich etwas an ein Gefangenendilemma. Wenn beide kooperieren, ist es für beide besser, als wenn beide nicht kooperieren, aber individuell ist es immer besser, nicht zu kooperieren. Wenn man das also evolutionär durchführt nur mit Agenten, die immer oder nie kooperieren, wobei sich die mit dem besseren Ergebnis eher fortpflanzen können, wird irgendwann niemand mehr kooperieren - es sei denn, von Anfang an kooperieren alle miteinander. Wer mehr darüber erfahren will, dem kann ich diese Seite nur empfehlen: https://ncase.me/trust/ Hier geht es um ein iteriertes Gefangenendilemma, bei dem man auch die Option hat, je nach Aktion des Gegenspielers in der nächsten Runde anders zu handeln (z.B. könnte das starke Rentier, wenn es nochmal mit dem schwachen Rentier zusammen unterwegs ist, entscheiden, jetzt auch nur noch schwach zu ziehen), woraus interessante Dinge entstehen - unter anderem kann sich Kooperation je nach genauen Regeln jetzt auch langfristig lohnen.
ich habe die Formel nicht wirklich angeguckt oder versucht zu verstehen. Das war aber auch nicht nötig. Denn was mit sofort aufgefallen ist, dass wir hier das Prison-Dilemma vor uns haben! Und da ich schon mit dem studiert habe und das sehr bekannt ist, wusste ich sofort, dass alles auf Schwach, Schwach hinausläuft, da dies die beste Option ist zu wählen, wenn man nur auf sich selbst schaut und den größten Profit versucht zu erreichen. Du bekommst 5 statt 4 oder 1 statt 0 Punkte abhängig, was der andere wählt. Wechseln lohnt sich nicht. Wenn natürlich jeder absolut fair spielt und stark ist bleibt das auch so als bestes Ergebnis, aber wenn es auch nur ein Arsch gibt, dann wird es langsam, aber sicher dauerhaft schwach. So konnte man einfach alles nach und nach ausschließen.
(12-30-2025, 06:42 PM)PhiSigma schrieb: Dieselbe Differentialgleichung x' = x(x-1) habe ich auch. Wenn man entsprechendes Vorwissen hat (separierbare DGL heißt, man bekommt eine Lösung, indem man 1/(x(x-1)) mit Partialbruchzerlegung integriert und das Ergebnis mit t+c gleichsetzt) oder WolframAlpha bemüht, kann man diese auch lösen und erhält: Es erinnert nicht nur daran. Es ist genau das! Das Spiel kannte ich natürlich schon |
|
|

