lukas
14 Lösung / Solution
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14 Lösung / Solution
(12-22-2025, 06:10 PM)PhiSigma schrieb: Spannend, dass ihr alle andere Lösungen habt als ich. Ich kam auf k=33 als Minimum, damit immer alle Personen erreicht werden können. Bei k=32 ist es möglich, die gut/schlecht spielenden Dreierteams so zu verteilen, dass man nie alle Personen erreichen kann, bei k=33 nicht mehr.
Damit man meine Notizen lesen kann, als Erklärung: Ich habe das etwas abstrahiert zu einer Menge von 99 (bzw. n) Elementen und einer Menge von Tripeln aus dieser Menge, wobei man einen Graphen bilden kann, bei dem die Tripel verbunden sind, die ein Paar gemeinsam haben. (z.B. (1, 2, 3) und (1, 2, 4).)
Auswechseln kann man hier dann erfolgreich genau dann, wenn es mindestens eine Zusammenhangskomponente im Graphen gibt, die jedes Einzelelement (z.B. 1 oder 2) mindestens einmal enthält, bzw andersherum scheitert man, wenn jede Zusammenhangskomponente nicht jedes Element enthält.

Hier der Beweis, den ich mir notiert habe:

Generell für k >= 1 und n Elemente gilt:
Da alle Tripel, die ein bestimmtes Paar enthalten, zusammenhängen, kann man sagen, dass jedes Paar (a1,a2) in genau einer Zusammenhangskomponente enthalten ist. Dieses muss dann Tripel mit mindestens k anderen Elementen a3, ..., a_(k+2) haben. Also sind auch die k weiteren Paare (a1,a3), ..., (a1,a_(k+2)) in derselben Komponente, womit man mindestens k+1 Paare darin hat, die a1 enthalten. Ebenso sind auch (a2,a3), ..., (a2,a_(k+2)) darin.
Wenn keine Zusammenhangskomponente alle Einzel-Elemente enthalten soll, muss es eine geben ("Gruppe 1"), die ein Element a aber nicht Element b enthält. Das Paar (a,b) kann nicht darin sein, muss also in einer weiteren Komponente ("Gruppe 2") sein. Da diese ebenfalls unvollständig ist, muss es ein Element c geben, das nicht in Gruppe 2 ist. Das Paar (b,c) kann weder in Gruppe 1 noch Gruppe 2 sein, es muss dafür also auch noch "Gruppe 3" geben, also gibt es mindestens drei Zusammenhangskomponenten.
Gruppe 1 enthält a, also k+1 Paare, die a enthalten.
Gruppe 2 enthält (a,b), also gibt es auch mindestens k weitere Elemente d1,...,d_k, die darin mit a und mit b gepaart sind. Damit sind in Gruppe 2 dann k+1 andere Paare, die a enthalten.
Gruppe 3 enthält (b,c) und auch hier werden mindestens k weitere Elemente gebraucht. Würde man etwas aus d1,...,d_k mit (b,c) verknüpfen, würde das über (b,c,d_i) -> (a,b,d_i) eine Verbindung zwischen Gruppe 2 und Gruppe 3 herstellen. Also müssen es mindestens k neue Elemente d_(k+1),...,d_(2k) sein.
(a,c) darf nicht in Gruppe 2 sein, braucht also k Elemente nicht aus d1,...,d_k, die mit a und c gepaart werden.
- Wenn eins aus d_(k+1),...,d_(2k) darunter ist, ist (a,c) damit in Gruppe 3 und Gruppe 3 enthält k+1 andere Paare, die a enthalten. Damit gibt es in allen drei Gruppen jeweils k+1 verschiedene Paare mit a, also insgesamt 3k+3 Paare mit a, heißt es ist 3k+3 < n bzw. k < n/3-1.
- Wenn keins aus d_(k+1),...,d_(2k) darunter ist, hat man nochmal k weitere Elemente d_(2k+1),...,d_(3k), also gibt es neben a, b und c noch mindestens 3k andere Elemente, was nur möglich ist, also ist 3k+3 <= n bzw, k <= n/3-1. 

Wenn man nicht erfolgreich auswechseln kann, muss also hier k <= 99/3-1 = 32 sein, d.h. bei k>=33 kann man es auf jeden Fall.

Und (bei n teilbar durch 3, was hier der Fall ist) kann man für k=n/3-1 (also k+1=n/3) eine Lösung konstruieren:
Gruppe 1 enthält die Tripel aus allen möglichen Paaren aus {a_1, ..., a_(k+1)} mit allen möglichen Einzelelementen aus {a_(k+2), ..., a_(2k+2)}.
Jedes Paar mit zwei Elementen aus {a_1, ..., a_(k+1)} hat also k+1 Tripel in dieser Gruppe (mit allen k+1 Elementen aus {a_(k+2), ..., a_(2k+2}), und jedes Paar aus einem Element aus {a_1, ..., a_(k+1)} und einem aus {a_(k+2), ..., a_(2k+2)} hat k Tripel in dieser Gruppe (mit allen k anderen Elementen aus {a_(k+2), ..., a_(2k+2)}).
Dann macht man das gleiche in Gruppe 2 mit den Paaren aus {a_(k+2), ..., a_(2k+2)} und den Einzelelementen aus {a_(2k+3), ..., a_(3k+3)} und in Gruppe 3 mit den Paaren aus {a_(2k+3), ..., a_(3k+3)} und den Einzelelementen aus {a_1, ..., a_(k+1)}.
Bei n=9 und k=2 sähe es z.B. so aus:
124 125 126 134 135 136 234 235 236
457 458 459 467 468 469 567 568 569
781 782 783 791 792 793 891 892 893
Damit ist jedes mögliche Paar abgedeckt, und trotzdem enthält jede Gruppe nur zwei Drittel der Elemente und nicht alle.
Hier kann man bei k=99/3-1=32 also nicht garantieren, dass das Auswechseln möglich ist, da ein Szenario aufgestellt werden kann, wo es nicht geht.

Damit ist die Grenze bei k=33 mit der Endziffer 3.

Ich habe auch k=33, mit dem gleichen Beispiel um 32 auszuschliessen. k=33 habe ich zuerst durch systematisches Ausprobieren als Loesung erhalten (indem ich keine Aufteilung in drei Gruppen gefunden habe). Den Beweis fuer k=33 habe ich mir spaeter nur grob ueberlegt und nicht so schoen wie PhiSigma oben.
(12-22-2025, 09:19 PM)pierrot schrieb: Wie cool ist das denn? Habe ich in der Form noch nicht erlebt, so viele unterschiedliche Lösungsansätze mit so vielen verschiedenen Lösungen :-)
Aber nur eine stimmt...

Super Aufgabe, schwer zu fassen,  danke Silas Rathke! Finde das prima, dass der Kalender dieses Jahr auch wieder richtig harte Nüsse dabei hat. Die gehören unbedingt rein.
Mal sehen wie viel Prozent hier tatsächlich richtig liegen, obwohl man natürlich nie unterscheiden kann, ob das sogar einfach zufällig richtig geraten war, bzw war ja nach der Einer-Ziffer gefragt, hier kann es natürlich auch passieren, mit einer falschen Lösung, dennoch die richtige Einerziffer zu erwischen.

Die letzte Aufgabe, die eine so richtig harte Nuss darstellte, war in meinen Augen die Mützenaufgabe 2021 vom 18. Dezember.
Da hatten tatsächliche nur 4-5% die richtige Antwort (Die Lösung war 72/81 Fällen, bzw war da ne range drin: 69-72/81, so dass Spieler mit ner 69-Lösung, die es tatsächlich gab, auch die vollen Punkte bekamen. Das war ein ganz tolle Aufgabe, da hatte ich glaube ich vier mal meine optimale Lösung verbessert und jedes Mal gedacht, das muss jetzt das Optimum sein…, wer sie nicht kennt: anschauen!).

Vlt gibt s ja am 24.12 wieder ne neue Mütze in Form des Lebkuchenschluckers?

Danke für den Tipp, die Mützenaufgabe ist sehr schön! Und hat durchaus Ähnlichkeiten mit dieser Aufgabe. Hatte erst intuitiv eine Lösung mit 54, dann mit 57, dann ist mir erstmal nichts mehr eingefallen, also habe ich mir vom Computer alle optimalen Lösungen mit 3 Personen und 2 Farben ausgespuckt und dann versucht, diese auf 4 Personen und 3 Farben zu übertragen. Nach ein paar Stunden Überlegen habe ich dann das Grundprinzip dieser optimalen Lösungen erkannt - das ist auch schön simpel, nur schwer zu sehen - und dann folgte daraus gleich 72 als Optimum und ein Weg, eine solche Lösung zu konstruieren (was ich aus Faulheit mit dem Computer gemacht habe.) Ich frage mich, was für Ansätze zwischen 57 und 72 ich übersprungen habe - die Lösungsdiskussion von damals ist leider nicht mehr abrufbar, oder?
Schön, dass Du (PhiSigma) dir die Mützenaufgabe 21 angeschaut hast, tatsächlich werden die Chats gelöscht, aber ich habe einiges damals gesichert, mehr dazu unten, auch zu weiteren Mützenaufgaben. 2025 gab es leider keine.

Zunächst aber noch ein paar Gedanken zu dieser Aufgabe A14, ich denke mein Favorit 2025.

Leider bin ich händisch nur bis n=8 vorgestoßen und bis dahin stimmt ja auch k=2, hätte ich doch mal n=9 händisch probiert. Computersimulationen mache ich nie, da die Aufgaben auch anders lösbar sein müssen, kann natürlich helfen, besonders in diesem Fall… Dann habe ich mich irgendwie gedanklich verrannt, mich auf k=2 versteift, der Schritt in meinem Beweis, Beschränkung auf zwei disjunkten Mengen mit Blockadesituation ist natürlich der Fehler, man kann klar 3 Mengen nehmen, dann funktioniert die Blockade bis n/3 -1

Silas Rathke hat hier ne tolle Aufgabe gebastelt, wie schon 2024, auch am 14. Dezember: „Schlag den Raab“, damals aber einfacher, aber eben auch trickreich, da man die „Lücken“ erst für genügend große n erkennt (man kann dann nicht jede Summe erzeugen, zwischendurch gibt es Lücken) – das war auch ziemlich versteckt und man musste genau hinsehen, was mir 2024 geglückt ist, leider nicht 2025.

Sehr schöne Lösung/ Beispiele „PhiSigma“ und „ThH“.
Mir gefällt die minimalistische Lösung für eine maximale Blockade von PhiSigma noch etwas besser, die AAA, BBB, CCC weglässt, da man sie nicht braucht.

Maximale Blockade gibt es denn eben für symmetrische Aufteilung in drei abgeschlossenen Triple-Mengen M1, M2, M3, zwischen denen nicht gewechselt werden kann, wobei in jeder der Mengen 2/3 aller Spieler vorkommen, die Tripple aber sozusagen als Einbahnstraße (im Kreis, siehe unten) gebaut sind, so dass es zu der Blockade kommt, geht aber nur wenn einige Paare nur in maximal 32 Tripeln vorkommen. Noch einmal zusammengefasst:

Aufteilung Stadt A: Spieler 1..33, Stadt B: Spieler 34..66 und Stadt C: Spieler 67..99
M1:= (aab)  also alle Triple mit zwei Spielern aus A und einem Spieler aus B
M2:= (bbc)
M3:= (cca), der Einbahnstraßenkreis schließt sich

Dann gilt offensichtlich:
Paar xx kommt in 33 Tripeln vor
Paar xy (mit x ungleich y) kommt in nur 32 Tripeln vor.


Das ist nun symmetrisch maximal ausgereizt. Würde jedes Paar in 33 Tripeln vorkommen, würde das direkt überschwappen und man könnte keine isolierten Mengen M1 bis M3 erzeugen, zwischen denen kein Wechsel möglich ist: Bspw das Paar "ab" bräuchte dann einen Partner b oder c, dann stürzt aber das Blockadegebäude ein.

Bei anderen Lösungen wurden teilweise manche der folgenden Punkte missachtet:
- Spieler dürfen ein und auch wieder ausgewechselt werden
- es müssen nicht alle Tripel erreicht werden, sondern alle Spieler
- der Trainer darf die Startaufstellung frei wählen


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So, nun ein paar Zeilen zu den genialen „Holland-Schmiede TU Eindhoven“-Mützenaufgaben, die es in den Kalendern 2013-2021 gab: Die Aufgabensteller Gerhard Woeginger (leider viel zu früh mit Mitte 50 verstorben) mit Cor Hurkens bzw Aart Blokhuis letztere nun im Ruhestand.
Philip Blaskovic hat letztes Jahr am 24.12 eine auch sehr nette Abwandlung „Lebkuchenschlucker“ gemacht, da erhoffte ich mir (und erhoffe mir für 2026 noch! ) einen Nachfolger, der in diese Richtung geht und gerne noch etwas schwieriger sein darf wie die 2024-Aufgabe.

Das Geniale an diesen Codierungsaufgaben ist, dass es meist nicht einfach ist, die Optimalität zu beweisen und dass die Codierungsmöglichkeiten ins Unermessliche gehen. Da die beste Strategie zu finden war sehr sehr reizvoll, oft haben mich die Aufgaben noch bis Silvester verfolgt.

Hier noch ein paar geniale Mützen zum Anschauen, wer diese Aufgaben nicht kennt:

Mütze 2015 (23.12)
Zielte auf das Vorzeichen der Permutations-Parität (gerade/ ungerade) ab - dass man
hier 24/24, also 100%  erzielen kann fand ich unglaublich

Mütze 2016 (17.12)
war richtig schwer, die Codierung etwas sperrig, aber auch erstaunlich, was man hier hinbekommt.

Mütze 2018 (20.12)
Total hübsch - Dauerbrenner in meinen Mathe-AGs – da die Codierung im Kreis mit Symmetrie-Argumenten genial, aber auch sehr einfach ist!!

Und natürlich die Aufgabe von 2021 (18.12.), über die man sehr lange und sehr tief nachdenken kann - weit über die eigentliche Aufgabenstellung, wie dies einige Spieler im Forum auch getan haben!
Wir hatten (insb. mit „murks“ und „linsen_mit-spätzle“) eine lange Diskussion bis weit in den Januar hinein.

PhiSigma, Du hattest nach dem Chat-Verlauf gefragt. Ich habe ein paar Fragmente gefunden die ich anhänge (Link unten). Du hattest nach weiteren (nicht optimalen Lösungen gefragt).
Ich persönlich hing erst mal länger an der 60-Lösung, die nur auf die „Nebelkerze“ Farbenanzahlen schaut und immerhin die im ersten Moment einleuchtende 54-Lösung schlägt, hierbei vernachlässigt man aber, wer welche Farbe trägt! Die Codierung geht hier recht einfach, in Abhängigkeit wie viel verschiedene Mützenfarben ein Spieler sieht:
Durchgang 1: Wichtel, die genau zwei verschieden Farben sehen, heben ein Zwei-Farbenschild hoch: mit dritter Farbe, die sie nicht sehen und der Farbe, die sie doppelt sehen, andernfalls T7. Dadurch kennen für den zweiten Durchgang alle Wichtel, die in D1 T7 hochhielten ihre Farbe.
Allerdings gehen in D1 21/81 Kombinationen flöten -> 60.
Wobei „eidus“ ein Lösung 69 gefunden hatte, die auch nur rein auf die Farben abzielte (siehe Anhang)
Netterweise war ja 69-72 die richtig Lösung, so dass eine 69-Lösung, wenn auch nicht optimal, dennoch belohnt wurde.

Die 72 – Lösung kann man sich gut ohne Rechner herleiten, überlegt man sich, dass man eine schlechte Kombination für alle Wichtel schlecht machen will. Etwa bbbb: Wann immer ein Wichtel diese Kombination in Erwägung ziehen muss (da er bbb sieht) wird er das zwei Farben Schild rg hochheben.
Damit retten wir 8 Kombis bei einem Verlust!  Also 8/9 sind gut.
Genau dieses Prinzip erweitert man auf 81 und das Verhältnis bleibt 72/81, da man 9 schlechte Kombis findet, die maximal weit voneinander (genau zwei Permutationsschritte) auseinander liegen.
Jede der 72 guten Kombis hat als direkten Nachbarn somit genau einen schlechten Nachbarn. Im guten Fall wird also immer genau ein Wichtel das richtige Zweifarbenschild hochhalten (die drei anderen T7) und im schlechten Fall alle Wichtel das falsche Zweifarbenschild. Man bündelt also!
Die Aufgabe fand ich wahnsinnig gut!!!

Wir haben dann noch festgestellt, dass es
- exakt 72 verschieden „Schlecht-Pakete (mit 9 Kombis)“ gibt (siehe Grafik als Link)
- Man kann tatsächlich für jede Zahl zwischen 0 und 72 eine Strategie finden

Hier Fragmente aus dem Chatverlauf:
https://www.dropbox.com/scl/fi/eawpumikx...5nro4&dl=0

Visualisierung: 72 schlechte 9er-Pakete:
https://www.dropbox.com/scl/fi/1fjyt1396...7fono&dl=0
sorry
(12-30-2025, 02:41 PM)Dyochronos schrieb: sorry

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