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Karl Theodor Wilhelm Weierstraß

Karl Theodor Wilhelm Weierstraß (* 31. Oktober 1815 in Ostenfelde bei Ennigerloh/Münsterland; † 19. Februar 1897 in Berlin) war ein deutscher Mathematiker, der sich vor allem um die logisch fundierte Aufarbeitung der Analysis verdient gemacht hat. Der Satz von Bolzano-Weierstraß ist nach ihm benannt.

Lebenslauf

  • 1815 31.10. Geburt in Ostenfelde (Westfalen)
  • 1829-1834 Besuch des Theodorianischen Gymnasiums in  Paderborn
  • 1838 Lehramtsstudium in Münster
  • 1841 Probejahr in Münster
  • 1842 Lehrer in Deutsch-Krone (Westpreußen) und in Braunsberg (Ostpreußen)
  • 1854 Ehrenpromotion durch die Universität Königsberg
  • 1856 Lehrer am Berliner Gewerbeinstitut
  • 1856 Okt. Außerordentlicher Professor an der Berliner Universität
  • 1856 Nov. Ordentliches Mitglied der Berliner Akademie
  • 1864 Ordentlicher Professor an der Berliner Universität
  • 1873 Okt.-1874 Okt. Rektor der Berliner Universität
  • 1894 Der erste Band von Weierstraß' Werken erscheint
  • 1897 19.2. Tod in Berlin

Leben

Als Karl acht Jahre war wurde der Vater Wilhelm Steuerprüfer, was dazu führte, dass die Familie viel in Preußen umherziehen musste. 1827 erhielt dieser einen festen Posten in Paderborn, so dass Karl das dortige Gymnasium Theodorianum besuchen konnte. Danach studierte Karl Weierstraß in Bonn Rechtswissenschaften und Finanzwesen (1834–1838) und an der Universität Münster Mathematik und Physik (1838–1840), die seinen Neigungen mehr entsprachen.
Zunächst unterrichtete er als Lehrer an Gymnasien in Münster, in Deutsch-Krone und seit 1848 in Braunsberg. Nachdem seine mathematischen Werke der Fachwelt bekannt wurden und er am Königlichen Gewerbeinstitut (1879 integriert in die Technische Universität Berlin) seit 1856 Mathematik unterrichtet hatte, erhielt er 1864 einen Ruf auf eine Professur an der Universität Berlin. Er starb, nachdem er die letzten drei Jahre an einen Rollstuhl gefesselt war, am 19. Februar 1897 in Berlin an einer Lungenentzündung.

Werk

Sein Hauptwerk galt der logisch korrekten Fundierung der Analysis und der Entwicklung der Funktionentheorie auf Basis der Potenzreihenentwicklungen. Er leistete wichtige Beiträge zur Theorie der elliptischen Funktionen, zur Differentialgeometrie und zur Variationsrechnung. Der Begriff Elementarteiler stammt von ihm.
Nach ihm benannt wurde in der Analysis der Satz von Bolzano-Weierstraß über beschränkte Zahlenfolgen. Der Approximationssatz von Weierstraß besagt, dass Polynome dicht im (mit der -Norm versehenen) metrischen Raum der stetigen, reellen Funktionen auf einem kompakten Intervall liegen. Weiterhin stammt von ihm der Satz von Lindemann-Weierstraß.
Weierstraß fand in den 1860ern eine Funktion, die überall stetig, aber nirgends differenzierbar war. Bolzano hatte bereits 1834 ein solches Beispiel angegeben, das die mathematische Fachwelt allerdings nicht zur Kenntnis genommen hatte. In der Folge entdeckten weitere Mathematiker solche Monsterkurven, so genannt da ihre Existenz der Intuition widersprach.

Studenten, Kollegen, und Freunde

Zum 70. Geburtstag von Weierstraß am 31. Oktober 1885 wurde dem Jubilar als Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit ein Fotoalbum mit den Porträts von vielen seiner Schüler, Freunde und Kollegen überreicht. Die verwendeten Fotografien sind mit freundlicher Genehmigung des Verlages Friedrich Vieweg & Sohn (Wiesbaden), der Kunstbibliothek Berlin (Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz) und von Herrn Dr. Reinhard Bölling (Universität Potsdam) dem 1994 erschienenen Buch „Das Fotoalbum“ für Weierstraß entnommen.

Einige von ihnen hatten in Berlin studiert, oder hatten nach Beendigung ihres Studiums zusätzliche Lektionen bei Weierstraß oder seinen Kollegen Ernst Kummer und Leopold Kronecker an der Friedrich Wilhelm Universität belegt. Diesen Wissenschaftlern ist es zu verdanken, dass Berlin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine außergewöhnliche Position in der Mathematik einnahm.

Unter diesen Personen waren:

  • Carl Runge (promovierte bei Weierstraß 1880, habilitierte bei Weierstraß 1883)
  • Georg Cantor (promovierte bei Weierstraß 1867)
  • Charles Hermite
  • Hermann Amandus Schwarz (Nachfolger von Weierstraß 1892)
  • Sofja Kowalewskaja (Schülerin von Weierstraß)
  • Goesta Mittag-Leffler
  • Lazarus Fuchs (habilitierte 1865 bei Weierstraß).

Auszug aus dem WIAS- Weierstraß Institut für Angewandte Analysis und Stochastik
http://www.wias-berlin.de/about/weierstrass/index.jsp?lang=0,
sowie Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Weierstraß